Verdübelter Balken

Geschichte und Funktion
Das «Verdübeln» von zwei Balken ist eine historische Verbindungstechnik. Sie wurde im 19. Jahrhundert verwendet, um zwei Balken miteinander zu verbinden. Dadurch wurde die Tragfähigkeit massiv erhöht. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts trug Otto Hetzer massgeblich dazu bei, die Verklebung von Holzbauteilen zu industrialisieren. Während beim «Verdübeln» 2 bis 3 massive, circa 20 bis 30cm dicke Holzbalken zusammengesetzt werden, sind es beim «Verkleben» oft nur circa 4cm dicke Bretter. Das «Verdübeln» findet neben dem «Verkleben» heute noch seinen Einsatzbereich.
Das Prinzip der «Verklebung» sowie des «Verdübelns» ist das Gleiche. Zwei lose aufeinanderliegende Holzbalken mögen das doppelte Gewicht eines einzelnen Balkens tragen. Erst mit einer schubfesten Verbindung entsteht ein neues System und die Tragfähigkeit der zwei einzelnen Balken vervielfacht sich. Beim «Verdübeln» werden beide Holzbauteile keilförmig ausgefräst und die Dübel werden eingelegt. Die dadurch entstehende Verzahnung verbindet die zwei Balken und erhöht die Tragfähigkeit stark.
Verwendung in der Produktionshalle Frauwis
Für die Zwischenböden in unserer Produktionshalle haben wir naturbelassenes Holz verwendet. Da die Durchmesser der Bäume nicht der statisch erforderlichen Bauteilhöhe entspricht, setzten wir jeweils zwei Stämme zusammen und verdübelten diese. Somit kann der Zwischenboden eine Spannweite von 14.5m überbrücken und trägt gleichzeitig eine Last von 1.0 Tonne pro Quadratmeter.